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Ein Berg voller Gedanken:

 Warum das Buchprojekt so überwältigend wirkt.


Schriftsteller beim Buch schreiben


Kennst du dieses Gefühl, wenn du voller Begeisterung ein Buch schreiben möchtest – und sich plötzlich alles viel größer anfühlt, als du gedacht hast? Du sitzt da, Notizen stapeln sich, Ideen sprühen aus allen Richtungen, und doch … bleibt der Anfang verschwommen. Du blickst auf deinen Berg aus Gedanken, und statt Gipfelfreude spürst du Überforderung.


Ein Buchprojekt zu starten, ist wie am Fuß eines Gebirges zu stehen: Man weiß, der Weg wird wunderschön, herausfordernd und erfüllend. Aber der Blick nach oben kann einschüchtern. Und genau das passiert vielen Autor:innen, bevor sie auch nur den ersten Satz geschrieben haben.


Der Ideenstau – wenn alles gleichzeitig in den Kopf drängt

Wer an einem Sach- oder Fachbuch schreibt, hat meist kein Ideenproblem – sondern ein Zuviel davon. Du möchtest dein Wissen teilen, Menschen inspirieren, Zusammenhänge erklären. Du hast Notizen aus Jahren der Erfahrung, spannende Beispiele, Zitate, Forschungsergebnisse, vielleicht sogar Fallgeschichten. Alles scheint wichtig, alles will in dieses eine Buch.


Das Ergebnis: ein prall gefüllter Kopf, aber kein klarer Anfang.

Manche beginnen dann planlos zu schreiben – einfach, um irgendwo zu starten. Andere stecken fest, weil sie sich erst sicher fühlen wollen, was genau sie sagen möchten. Beides führt oft zu Frust:


  • Wer zu früh losschreibt, verliert sich im Detail.

  • Wer zu lange plant, verliert den Schwung.


Das Buchprojekt bleibt auf halber Strecke zwischen Idee und Umsetzung liegen – und der Berg wächst weiter.


Die Illusion vom „richtigen“ Anfang

Viele Autor:innen glauben, sie müssten gleich beim ersten Kapitel perfekt starten. Dass der Anfang alles entscheidet. Doch das ist ein Mythos.


Ein Buch entsteht selten linear. Es wächst in Schichten, wie ein Bergpfad, der sich in Serpentinen nach oben windet. Der Anfang, den du heute schreibst, ist oft nicht der, der am Ende bleibt. Und das ist gut so.


Denn Schreiben bedeutet, den eigenen Gedanken Raum zu geben – ohne zu wissen, wohin sie dich führen. Wenn du dir erlaubst, nicht perfekt zu starten, entsteht plötzlich Bewegung. Der Berg wird begehbar.


Der mentale Rucksack: Erwartungen, Zweifel, Perfektionismus

Bevor du losgehst, lohnt sich ein Blick in deinen inneren Rucksack. Was trägst du da eigentlich mit dir herum?


Viele Schreibende packen ihn unbewusst voll mit:

  • Erwartungen („Das Buch muss gut werden oder sogar ein Bestseller!“),

  • Selbstzweifeln („Wer will das überhaupt lesen?“),

  • und Perfektionismus („Ich darf keine Fehler machen.“).


Das Problem: Diese Last drückt auf jeden Schritt. Statt frei zu denken, verkrampft der Geist. Doch ein Buch braucht Raum zum Atmen – genauso wie du.

Manchmal hilft es, den Rucksack auszuleeren. Schreib dir alles heraus, was dich blockiert. Nicht für das Buch, sondern für dich. Wenn du deinen Kopf von diesen Erwartungen befreist, entsteht Platz für das, was wirklich zählt: deine Botschaft und dein Warum.


Orientierung finden: Das innere Thema

Unter all den Ideen, Geschichten und Gedanken liegt meist ein gemeinsamer Kern. Ein inneres Thema, das wie ein Kompass wirkt.


Frag dich:

  • Was ist der rote Faden, der alles verbindet?

  • Welches Anliegen treibt mich wirklich an?

  • Wenn meine Leser:innen nur eine Sache aus diesem Buch mitnehmen – was wäre das?


Diese Fragen führen dich zum Kern deiner Botschaft. Und dieser Kern ist der Ausgangspunkt für die Struktur.


Oft ist er nicht das, was du zuerst dachtest. Vielleicht wolltest du über Kommunikation schreiben – und merkst plötzlich, dass es eigentlich um Verständigung geht. Oder du wolltest über Selbstführung schreiben – und erkennst, dass Selbstvertrauen der wahre Schlüssel ist.

Wenn du das erkennst, beginnt sich dein Berg zu formen. Die Gedanken finden ihre Richtung.


Struktur – das Fundament für kreative Freiheit

Viele denken, Struktur engt ein. Doch in Wahrheit schafft sie Freiheit.

Wenn du weißt, wohin du gehst, kannst du dich inhaltlich frei bewegen. Du weißt, was dazugehört – und was nicht. Ein klarer Aufbau ist kein Käfig, sondern ein Geländer, das dich sicher führt.


Für ein Sach- oder Fachbuch hat sich eine einfache Grundstruktur bewährt:

  1. Warum – das Thema, die Relevanz, der Aufhänger.

  2. Was – die zentralen Inhalte, Erkenntnisse, Argumente.

  3. Wie – praktische Anwendung, Beispiele, Ausblick.


Diese drei Säulen tragen fast jedes gute Buch. Sie helfen dir, aus Ideen Kapitel zu machen – und aus Kapiteln eine zusammenhängende Geschichte.


Kleine Schritte, große Wirkung

Ein Buch entsteht nicht in einem Sprint, sondern in Etappen.

Deshalb ist es hilfreich, sich nicht vom Ganzen lähmen zu lassen, sondern den Weg in Abschnitte zu teilen:


  • Heute nur ein Kapitelentwurf.

  • Morgen eine Skizze für die Fallbeispiele.

  • Nächste Woche der Übergang zwischen zwei Teilen.


Diese kleinen Schritte summieren sich – und plötzlich bist du weiter, als du dachtest.

Tipp: Plane deine Schreibzeit bewusst, auch wenn es nur zwei Stunden pro Woche sind. Verbindlichkeit hilft gegen Aufschieberitis. Und jeder kleine Fortschritt stärkt dein Vertrauen in dich selbst.


Wenn die Gedanken zu laut werden

Es gibt Phasen, in denen der Kopf einfach zu voll ist. Ideen überlagern sich, neue Einfälle drängen sich dazwischen, und der rote Faden verschwindet im Nebel.


In solchen Momenten hilft oft ein Perspektivwechsel:

  • Freewriting: Schreib zehn Minuten ohne Nachdenken alles auf, was dir einfällt. Oft klärt sich dadurch das Chaos.

  • Mindmapping oder Clustering: Visualisiere deine Themen. Was gehört zusammen, was steht nebeneinander, was kann raus?

  • Gespräch: Erkläre dein Buch laut einer anderen Person. Schon beim Sprechen spürst du, wo Klarheit fehlt – und wo sie entsteht.


Das Ziel ist nicht, sofort Ordnung zu schaffen, sondern Bewegung hineinzubringen. Denn Bewegung bringt Struktur.


Auch erfahrene Schreibende profitieren von einem Gegenüber. Jemand, der den Überblick behält, der Muster erkennt, der die richtigen Fragen stellt.


Ein Mentoring kann helfen, das Gedankenchaos zu sortieren, Prioritäten zu setzen und den roten Faden zu schärfen. Nicht, indem dir jemand sagt, wie du schreiben sollst – sondern indem du erkennst, was du wirklich sagen willst.


Manchmal braucht es genau diesen neutralen Blick, um aus der Überforderung in die Klarheit zu kommen.


Vertrauen in den Prozess

Das Schreiben eines Buches ist kein geradliniger Weg. Es ist ein Prozess aus Annähern, Verwerfen, Neuordnen und Weitermachen.


Wenn du dich darauf einlässt, wirst du merken: Der Berg ist gar nicht so steil, wie er anfangs wirkte. Jede Etappe eröffnet neue Perspektiven, jede Seite bringt dich höher.


Und irgendwann stehst du da – oben, mit deinem fertigen Manuskript. Du schaust zurück und siehst: Der Berg war nicht dein Gegner, sondern dein Lehrer.


Fazit: Der erste Schritt zählt

Der schwierigste Moment ist selten das Schreiben selbst, sondern das Beginnen. Dieser erste Schritt – trotz aller Unsicherheit, trotz zu vieler Gedanken – ist der, der alles verändert.

Wenn du ihn machst, beginnt sich der Berg zu bewegen.


Wenn du also gerade vor deinem Buchprojekt sitzt und dich fragst, wo du anfangen sollst: Fang einfach dort an, wo du stehst. Dein Weg entsteht beim Gehen – und Schreiben ist Gehen in Gedanken.


Möchtest du dein Buchprojekt endlich mit Struktur und Leichtigkeit umsetzen? Dann komme gerne auf mich zu und buche dein 1:1 Mentoring. Bring damit mehr Klarheit, Fokus und Freude in dein Schreiben. Gemeinsam sortieren wir deinen Ideenberg – Schritt für Schritt bis zum fertigen Buch.

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